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Ärztinnen und Ärzte: Bedarf und Ausbildungsstellen

Ärztinnen und Ärzte: Bedarf und Ausbildungsstellen

Erstmals wurde im Auftrag des Gesundheitsministeriums und des Wissenschaftsministeriums in Kooperation mit der Ärztekammer, in einer gemeinsamen Studie der künftige Bedarf an Ärztinnen und Ärzten bis 2030 voraus geschätzt. Die im Juli präsentierte Studie beinhaltet sowohl den Ist-Stand der Ärzteversorgung, als auch eine Prognose bis 2030 und entsprechende Empfehlungen.

Im internationalen Vergleich hat Österreich mit rund 4,7 berufsausübenden Ärztinnen und Ärzten pro 1.000 Einwohner (Stand: 2009) eine der höchsten Ärztedichten Europas und weltweit. Insgesamt weist Österreich mittlerweile fast viermal so viele Ärztinnen und Ärzte auf wie vor vierzig Jahren (1960 bis 2010: plus 257 Prozent), wobei die Zahl der Fachärztinnen und -ärzte stärker gestiegen ist als jene der Allgemeinmediziner. Seit dem Jahr 2000 ist die Gesamtzahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Österreich um 30 Prozent gestiegen.

Bereits jetzt verlässt ein Teil der Absolventinnen und -absolventen das Land. Um den medizinischen Nachwuchs in Österreich zu sichern, wird daher als zentrale Aufgabe erkannt, die Absolventinnen und Absolventen österreichischer Medizin-Universitäten auch in den hiesigen Arbeitsmarkt zu bringen.

"Die Medizin entwickelt sich rasant weiter, sie wird moderner und auch technischer, zudem gibt die demografische Entwicklung neue Rahmenbedingungen vor. Um Schritt halten zu können, halte ich es für unabdingbar, die Ausbildung aller Gesundheitsberufe anzupassen. Denn nur so können wir garantieren, dass die österreichische Bevölkerung auf die bestmögliche Qualität sowohl in der medizinischen Ausbildung, als auch in der Behandlung vertrauen kann. Als nächstes Projekt werde ich deshalb eine Verbesserung der praktischen Ausbildung der Allgemeinmediziner umsetzen ", so Gesundheitsminister Stöger. Wann die vom Minister angekündigte Verbesserung der Ausbildung umgesetzt sein wird, wurde nicht näher verlautbart.

Für Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), bestätige die Studie jahrelange Warnungen der ÖÄK. "Auch wenn die beiden vorliegenden Berechnungsmodelle eine große Bandbreite
aufweisen, zeigen doch beide, dass es nicht fünf, sondern zwei vor Zwölf ist. Die Gesundheitspolitik hat noch etwa 15 Jahre Zeit, das Ruder herumzureißen. Das sind nicht einmal zwei vollständige Mediziner-Ausbildungszyklen."

Unabdingbar sei daher für Wechselberger die Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Mediziner. Das betreffe erstens die Sicherstellung der verpflichtenden einjährigen Lehrpraxis sowie den sinnvollen Einsatz von Turnusärzten, der sich auf die ärztlichen Ausbildungserfordernisse konzentrieren müsse.