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Ludwig Boltzmann Gesellschaft startet mit „Reden Sie mit!“ weltweit erstes Crowdsourcing zum Thema Unfallverletzungen

Was wäre, wenn ÄrztInnen, TherapeutInnen und PflegerInnen ihre täglichen Beobachtungen und Fragestellungen zu Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Unfallverletzungen ohne großen Aufwand in die Forschung einbringen könnten? Und haben auch Unfall-PatientInnen spannende Fragen, die nützlich für die Forschung sein können? Diesem Thema widmet sich das Crowdsourcing-Projekt „Reden Sie mit! – Welche Fragen zu Unfallverletzungen soll die Forschung aufgreifen?“, das die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) am 8. Mai startet.

Jährlich werden in Österreichs Krankenhäusern rund 800.000 Unfallverletzungen behandelt – und hier entsteht ein wertvoller Wissensschatz, der bis dato kaum von der Forschung berücksichtigt wurde. Die LBG und die AUVA haben sich deshalb dazu entschlossen, diesen Wissensschatz zu heben und für die Forschung nutzbar zu machen: Das Crowdsourcing-Projekt „Reden Sie mit!“ ist ein Sprachrohr für ExpertInnen und PatientInnen, mit dem diese ihr Wissen systematisch in die Forschung einbringen zu können. Von 8. Mai bis 3. Juli können sie über die Online-Plattform https://tell-us.online/de Fragen einreichen; die innovativsten Fragen werden ausgewählt und systematisch in den Forschungsaktivitäten der LBG aufgegriffen. Fragen können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Neben Österreich wird „Reden Sie mit!“ besonders in den skandinavischen Ländern, Portugal und Deutschland präsent sein.

„In der Unfallchirurgie gehören lebensrettende Sofortmaßnahmen und Schockraummanagement mit Entscheidungen in interdisziplinären Teams zur täglichen Arbeit. Genauso wie in der weiterführenden Betreuung von PatientInnen. ‚Reden Sie mit!‘ bringt dieses Wissen systematisch in die Forschung. Ein einzigartiges Projekt. Hier steckt eine Menge Potential für Innovation – wir sind davon überzeugt, dass neue Impulse für die Forschung geschaffen werden und PatientInnen besser geholfen werden kann“, so Christian Fialka, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Schätzungen zufolge belaufen sich die volkswirtschaftlichen Schäden alleine für Freizeitunfälle laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) auf ca. 100 Mrd. Euro pro Jahr.

Unfallverletzungen – dazu hat jede und jeder etwas zu sagen

„Wir widmen uns mit ‚Reden Sie mit!‘ einem absolut wichtigen Thema, bei dem die Forschung jetzt neue Wege geht und in einem frühen Stadium PatientInnen einbindet. Dieses Einbeziehen ist besonders wichtig, weil wir uns erhoffen, so die bekannte Lücke zwischen medizinischer Forschung und klinischer Anwendung zu schließen“, erklärt Josef Pröll, Präsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Recherchen der LBG im Vorfeld des Crowdsourcings haben ergeben, dass unterschiedliche Berufsgruppen wie ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, Pflegepersonal und MedizintechnikerInnen aber auch ÄrztInnen und PatientInnen sehr daran interessiert sind, ihr Wissen weiterzugeben. „Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft hat schon einmal gezeigt, dass alle profitieren können, wenn wir Menschen in die Forschung einbinden, die üblicherweise nicht Teil dieses Systems sind“, so Josef Pröll. „Das können im Bereich der Unfallverletzungen GipserInnen genauso sein wie Sport-PhysiotherapeutenInnen, die Verletzungen von FußballerInnen behandeln.“

Citizen Science Award 2018

„Reden Sie mit!“ wird am „Citizen Science Award 2018“ teilnehmen, bei dem interessanten Citizen-Science-Projekten eine Bühne geboten wird. Jede „Reden Sie mit!“-TeilnehmerIn hat die Chance, einen Sachpreis zu gewinnen. Der Citizen Science Award wird zum vierten Mal vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) für besondere Citizen-Science-Projekte vergeben.

„Reden Sie mit!“: https://tell-us.online/de